Problemstellung
Bei der PDF-Ausgabe von Zeichnungen, die Textur- oder Bildschraffuren enthalten, können große Dateien, lange Lade- und Aufbauzeiten sowie Probleme beim Öffnen oder Drucken auftreten. Das Verhalten kann je nach PDF-Viewer, Rechner und Drucksystem unterschiedlich ausfallen.
Troubleshooting
1. Einfluss der Textur- und Bildschraffuren prüfen
Zunächst ist zu prüfen, ob die Beeinträchtigungen mit den verwendeten Textur- oder Bildschraffuren insgesamt oder mit einzelnen Textur- bzw. Bildschraffuren und bestimmten Bereichen der Zeichnung zusammenhängen.
- Eine Vergleichsvariante der Zeichnung erstellen und die verwendeten Textur- oder Bildschraffuren durch Farb- oder Vektorschraffuren ersetzen. Bei Schnitten und Ansichten kann beispielsweise Oberfläche – Farbschraffur, nicht schattiert verwendet werden.
- Beide Varianten mit identischen PDF-Einstellungen ausgeben und Dateigröße, Ladezeit sowie Druckverhalten vergleichen.
Hinweis:
Textur- und Bildschraffuren ergänzen die vektorbasierten Planinhalte um Bildinformationen. Die Verarbeitung der PDF-Datei hängt daher vom Zusammenspiel aus Planinhalt, verwendeten Bilddateien, PDF-Viewer und Ausgabesystem ab. Eine lange Ladezeit oder ein abweichendes Verhalten in einem einzelnen Programm bedeutet nicht automatisch, dass die PDF-Datei fehlerhaft exportiert wurde.
2. Textur- und Bildschraffuren gezielt einsetzen
Prüfen, auf welchen Flächen und für welche Zeichnungen die detaillierte Darstellung mit Textur- oder Bildschraffuren tatsächlich erforderlich ist.
Mögliche Optimierungen:
- Textur- und Bildschraffuren innerhalb einer Zeichnung auf relevante Flächen begrenzen.
- Für kleine oder untergeordnete Flächen Farb- oder Vektorschraffuren verwenden.
- Detaillierte Darstellungen nur dort einsetzen, wo sie einen visuellen Mehrwert bieten, beispielsweise in Präsentationsplänen. Für Entwurfs-, Genehmigungs- oder Werkpläne können stattdessen vereinfachte Darstellungen verwendet werden.
- Sehr umfangreiche Pläne testweise auf mehrere Layouts oder PDF-Dateien aufteilen.
3. Verwendete Bilddateien prüfen
Optionen > Element-Attribute > Oberflächenmaterialien...
Optionen > Element-Attribute > Schraffuren...
Die den Textur- und Bildschraffuren zugrunde liegenden Bilddateien auf folgende Punkte prüfen:
- Pixelabmessungen und Dateigröße.
- Für den benötigten Ausgabemaßstab unnötig hohe Auflösungen.
- Große Bilddateien, die nur auf kleinen Flächen dargestellt werden.
- Bildinhalte oder Dateiformate mit einer unnötig hohen Datenmenge.
Überdimensionierte Bilddateien in einer Kopie verkleinern oder eine gänzlich neue Bilddatei verwenden und anschließend erneut zuweisen. Eine feste maximale Bildgröße lässt sich nicht allgemein empfehlen. Die erforderliche Auflösung ist unter anderem vom Motiv, vom dargestellten Maßstab, von der Größe der Fläche und von der gewünschten Ausgabequalität abhängig.
Die folgende Vorgehensweise zeigt den Austausch einer Bilddatei am Beispiel eines Oberflächenmaterials:
- Das betroffene Oberflächenmaterial auswählen und die Rubrik Textur öffnen.
- Schaltfläche Nach Bild suchen betätigen:
- Im Dialogfenster Abbildung aus Bibliothek einlesen den Button Hinzufügen... wählen und die zuvor optimierte Bilddatei auswählen.
- Die hinzugefügte Bilddatei auswählen und mit OK als Textur zuweisen.
- Die Änderung des Oberflächenmaterials mit OK bestätigen.
Hinweise:
Soll eine bereits in einer Archicad-Bibliothek enthaltene Textur als Ausgangsdatei verwendet und beispielsweise hinsichtlich ihrer Pixelabmessungen optimiert werden, muss die Bilddatei zunächst aus der Bibliothek extrahiert werden. Eine entsprechende Vorgehensweise ist in dem folgenden Artikel beschrieben: Texturbild der Oberfläche zum Bearbeiten extrahieren. Anschließend kann die bearbeitete Kopie über die oben beschriebene Vorgehensweise wieder hinzugefügt und der Oberfläche zugewiesen werden.
Das Ändern der Darstellungsgröße einer Textur oder Bildschraffur verändert nicht die Pixelabmessungen der zugrunde liegenden Bilddatei. Bei Bildschraffuren steuert beispielsweise die Muster-Einheitsgröße [m] lediglich die Größe der Darstellung im Projekt; die Auflösung der verwendeten Bilddatei bleibt unverändert:
4. PDF-Einstellungen vergleichen
Publisher > Format: PDF > Dokument Optionen... > PDF Optionen...
Von derselben Zeichnung oder Layout mehrere PDF-Varianten mit unterschiedlichen Einstellungen erstellen und miteinander vergleichen.
- Unter Auflösungs-Optionen die Option Bildauflösung begrenzen auf aktivieren und eine geringere Auflösung testen (1).
- Alle Bilder komprimieren aktivieren (2).
- Unter Inhalts-Optionen zum Vergleich PDF mit Ebenen exportieren deaktivieren (3).
- Zunächst nur die betroffene Zeichnung oder ein einzelnes Layout ausgeben, um die Auswirkungen der Einstellungen gezielt vergleichen zu können.
- Die Einstellungen möglichst einzeln verändern, damit sich deren Einfluss eindeutig vergleichen lässt.
Eine Begrenzung der Bildauflösung auf beispielsweise 72 dpi eignet sich zur Eingrenzung des Verhaltens. Für die endgültige Ausgabe sollte anschließend eine zur benötigten Darstellungs- und Druckqualität passende Auflösung gewählt werden.
Hinweis:
Eine reduzierte Bildauflösung oder Komprimierung kann die Datenmenge der PDF-Datei verringern. Probleme, die durch die Verarbeitung der PDF-Inhalte im verwendeten PDF-Viewer oder Drucksystem entstehen, werden dadurch jedoch nicht zwangsläufig behoben.
5. PDF-Datei in unterschiedlichen Programmen prüfen
Dieselbe unveränderte PDF-Datei in mehreren aktuellen Programmen öffnen und die Performance vergleichen, beispielsweise:
- In einem Webbrowser.
- In Adobe Acrobat Reader.
- In der vom Betriebssystem bereitgestellten Anwendung zur PDF-Anzeige unter macOS oder Windows.
- In einem weiteren PDF-Viewer eines anderen Herstellers.
Dabei insbesondere Lade- und Aufbauzeiten sowie das Verhalten beim Anzeigen, Zoomen und Navigieren innerhalb der PDF-Datei vergleichen.
Wird dieselbe PDF-Datei in einem Programm ohne Auffälligkeiten dargestellt, während in einem anderen Programm lange Lade- oder Aufbauzeiten auftreten, kann dies auf Unterschiede bei der Verarbeitung der PDF-Inhalte durch den jeweiligen PDF-Viewer hinweisen. In diesem Fall kann zunächst der PDF-Viewer verwendet werden, in dem die Datei zuverlässig verarbeitet wird.
Hinweis:
Für die reine Anzeige von PDF-Dateien können Webbrowser häufig eine robuste Alternative zu spezialisierten PDF-Viewern darstellen. Spezialisierte PDF-Viewer verwenden teilweise eigene Einstellungen und Verarbeitungsmechanismen, durch die das Laden oder die Darstellung komplexer PDF-Inhalte beeinträchtigt werden kann.
6. Druckumgebung eingrenzen
Treten die Beeinträchtigungen insbesondere beim Drucken auf, die unveränderte PDF-Datei nach Möglichkeit unter unterschiedlichen Bedingungen ausgeben:
- Von einem anderen Rechner.
- Über einen anderen PDF-Viewer.
- Auf einem anderen Drucker.
- Über eine direkte Druckerverbindung anstelle eines Druckservers.
- Mit einem aktuellen Druckertreiber und einer aktuellen Drucker-Firmware.
Funktioniert dieselbe PDF-Datei nur auf bestimmten Rechnern oder Druckern zuverlässig, sind insbesondere PDF-Viewer, Druckertreiber, Druckserver und die Verarbeitungskapazität des Druckers zu prüfen.
Falls die Druckereinstellungen eine entsprechende Option anbieten, kann zusätzlich geprüft werden, ob die Druckdaten im Speicher des Druckers oder auf dem Rechner verarbeitet werden. Insbesondere bei älteren Druckern mit geringem Arbeitsspeicher kann die Verarbeitung über den Rechner sinnvoll sein.
Hinweis:
Die verfügbaren Einstellungen und deren Bezeichnungen sind vom Druckermodell und Druckertreiber abhängig. Ein abweichendes Verhalten auf einem bestimmten Drucker bedeutet nicht automatisch, dass die PDF-Datei fehlerhaft exportiert wurde.
7. PDF beim Drucken als Bild ausgeben
Wenn das Drucksystem die PDF-Inhalte nicht zuverlässig verarbeitet, kann die betroffene Seite für die Druckausgabe als Bild verarbeitet werden. Dadurch wird die Verarbeitung komplexer PDF-Inhalte beim Drucken vereinfacht.
Mögliche Vorgehensweisen:
- In Adobe Acrobat Reader in den erweiterten Druckeinstellungen Als Bild drucken verwenden.
- Die betroffene Zeichnung bzw. Layout als hochauflösendes PNG- oder TIFF-Bild ausgeben und anschließend drucken. Weitere Informationen hierzu bietet dieser Artikel.
Hinweis:
Bei der Ausgabe als Bild werden auch vektorbasierte Linien und Texte in Bildinformationen umgewandelt. Die Auflösung sollte daher passend zum Ausgabeformat gewählt und die Lesbarkeit von Linien und Texten vor dem endgültigen Druck kontrolliert werden.
Weitere Informationen zur Verwendung von Oberflächentexturen enthält der Community-Artikel Oberflächentexturen in Schnitten und Ansichten.