Problemstellung
Schriftarten fehlen, werden ersetzt oder erscheinen unterschiedlich in Archicad, wenn dasselbe Projekt auf verschiedenen Computern geöffnet wird, insbesondere in gemischten macOS‑ und Windows‑Umgebungen.
Troubleshooting
Ursache des Problems
Archicad ist vollständig auf die vom Betriebssystem bereitgestellten Schriftarten angewiesen und enthält bzw. bettet keine Schriftarten in Projektdateien ein. Die Kompatibilität der Schriftarten hängt daher von der Qualität und Konsistenz der auf jedem Computer installierten Schriftarten ab.
Schriftarten werden durch interne Metadaten identifiziert, wie Familienname, Stilname und PostScript-Name, nicht durch den sichtbaren Schriftart- oder Dateinamen. macOS und Windows können diese Metadaten unterschiedlich interpretieren, besonders bei benutzerdefinierten, modifizierten oder älteren Schriftarten.
Aus diesem Grund kann eine Schriftart, die auf einem Computer oder in einer anderen Software korrekt funktioniert, in Archicad auf einem anderen System dennoch als fehlend behandelt oder ersetzt werden, selbst wenn die Schriftart auf beiden Systemen installiert zu sein scheint.
Beschränkungen der Schriftartenkompatibilität
Nicht alle Schriftarten sind für plattformübergreifende CAD- und BIM-Arbeitsabläufe geeignet, insbesondere benutzerdefinierte, modifizierte oder weniger sorgfältig erstellte Schriftarten.
Einige Schriftarten enthalten unvollständige oder nicht standardisierte interne Metadaten, die von einem Betriebssystem akzeptiert werden, von einem anderen jedoch nicht korrekt erkannt oder als eine andere Schriftart behandelt werden können.
Wenn eine Schriftart nicht konsistent zwischen macOS und Windows erkannt werden kann, wird eine Neuinstallation der Schriftart oder das Löschen des Caches das Problem nicht lösen. Die einzige zuverlässige Lösung besteht darin, sie durch eine besser erstellte, plattformübergreifend kompatible Schriftart zu ersetzen.
1. Schriftartenabgleich durchführen
- Verwendung gängiger, bekannter Schriftarten, die auf allen Rechnern verfügbar sind.
- Auf jedem Computer muss sichergestellt werden, dass genau dieselbe Schriftfamilie und dieselben Stile installiert sind.
- Vermeidung von Vermischen von Schriftarten aus unterschiedlichen Quellen mit demselben Namen.
- Wenn in Archicad mit macOS und Windows gemischt gearbeitet wird, ist besondere Vorsicht bei der Verwendung benutzerdefinierten oder systemspezifischer Schriftarten erforderlich.
- Wenn Schriftprobleme weiterhin bestehen, muss der Text vorübergehend zu einer bekannten plattformübergreifenden Systemschriftart – wie in 3. Gemeinsame plattformübergreifende Schriftarten (Web Safe Fonts) aufgeführt– gewechselt werden, um zu überprüfen, ob das Problem mit der Schriftart zusammenhängt.
2. Prüfung, ob Archicad eine Schriftart nicht finden kann
Wenn Archicad eine Schriftart auf einem Computer nicht finden kann, wird der Schriftname in der [eckigen Klammer] in der Informationsleiste angezeigt, was darauf hinweist, dass eine Ersatzschriftart verwendet wird.
Beispiel:
3. Gemeinsame plattformübergreifende Schriftarten (Web Safe Fonts)
Die folgenden Schriftarten sind sowohl auf macOS als auch auf Windows üblicherweise verfügbar und verursachen seltener Probleme:
Serifen-Schriftarten
- Georgia
- Palatino Linotype
- Times New Roman
Serifenlose Schriftarten
- Arial
- Arial Black
- Comic Sans MS
- Impact
- Lucida Sans Unicode
- Tahoma
- Trebuchet MS
- Verdana
Monospace-Schriftarten
- Courier New
- Lucida Console
Sie werden auch als Web Safe Fonts bezeichnet. Es handelt sich um Schriftarten, die auf den meisten Systemen standardmäßig vorhanden sind und daher in der Regel auch systemübergreifend konsistent erkannt werden.
Hinweis:
Wenn die Schriftart auf dem lokalen Betriebssystem fehlt, beschädigt ist oder anderweitig variiert, kann es zu einer Vielzahl an Problemen kommen, vor allem bei dem Export als PDF und DWG.
Beispielsweise: