Problemstellung
Die Archicad Projektdatei ist deutlich größer als erwartet. Die Dateigröße überseitigt 1 GB. Das Öffnen und Sichern dauern lange. Navigation und Bearbeitung reagieren verzögert. Beim Wechseln zwischen Sichten, beim Erstellen von Elementen oder beim Öffnen des Layoutbuchs friert das Programm ein.
Troubleshooting
Eine ideale Dateigröße gibt es nicht. Jedoch sollte die Projektdatei so klein wie möglich bleiben. Typische Soloprojekt-Dateien liegen zwischen 100 MB und 1 GB. Ab etwa 1 GB wird für Soloprojekt-Dateien eine Optimierungsprüfung dringend empfohlen.
Die Dateigröße kann von vielen Faktoren abhängen. Die folgenden Schritte beschreiben eine Auswahl wesentlicher Ansatzpunkte zur Verkleinerung der Projektdatei.
1. Eingebettete Bibliothek
Der Inhalt der Eingebetteten Bibliothek wirkt sich auf die Dateigröße aus, da er direkt in der Datei gesichert wird.
Der Inhalt der Eingebetteten Bibliothek kann unter Ablage > Bibliotheken und Objekte > Bibliothekenmanager... geprüft werden. Im Bibliothekenmanager muss ein Doppelklick auf die Eingebettete Bibliothek ausgeführt werden, um den Inhalt zu prüfen. Die Bibliothekselemente können einzeln ausgewählt werden, um die Dateigröße des jeweiligen Elements anzeigen zu lassen. Der Inhalt der Eingebetteten Bibliothek sollte generell so klein wie möglich gehalten werden. Mangelhaft geskriptete Objekte können übermäßig groß sein. Die meisten Objekte sind nur wenige hundert KB groß oder kleiner. Objekte mit einer Größe von mehreren MB sind daher auffällig. Diese Objekte sollten nach Möglichkeit durch besser geskriptete Objekte ersetzt werden. Es empfiehlt sich, dauerhaft nicht mehr als 20 Objekte und insgesamt nicht mehr als 2 MB in der Eingebetteten Bibliothek zu verwenden.
Der Inhalt der Eingebetteten Bibliothek kann mithilfe eines Bibliothekencontainers komplett aus der Datei ausgelagert und extern verknüpft werden. Informationen hierzu bietet der Artikel Zu große eingebettete Bibliothek und lange Ladezeiten in Archicad.
2. Layouts prüfen
Layouts werden standardmäßig direkt im Archicad-Projekt gesichert. Zeichnungen mit manueller Aktualisierung werden zusätzlich einzeln im Projekt gespeichert.
Der Einfluss der Layouts auf die Dateigröße lässt sich mit einer Projektkopie testen:
- Eine Kopie des aktuellen Projekts als .pln-Datei sichern.
- Die Dateigröße der Kopie notieren.
- Ein leeres Masterlayout erstellen.
- Ein Layout ohne Inhalt mit dem zuvor erstellten Masterlayout erstellen.
- Alle Layouts mit Ausnahme des zuvor erstellten leeren Layouts löschen.
- Die Änderungen in der Kopie über Ablage > Sichern speichern.
- Die neue Dateigröße mit der ursprünglichen vergleichen.
Ist die neue Dateigröße deutlich kleiner als zuvor, verursacht der Inhalt des Layoutbuchs der Originaldatei die große Dateigröße. Für die aktuelle Planungsphase nicht mehr relevante Layouts sollten entfernt werden. Vorher empfiehlt sich eine Sicherung des Projektstands mit den Layouts der vorherigen Phase. Diese Layouts bleiben dadurch archiviert. Es kann alternativ vorteilhaft sein, eine separate Datei als Layoutdatei zu verwenden und dort im Layout externe Ausschnitte zu platzieren.
3. 2D-Elemente
Folgende Punkte sind zu prüfen:
- Gibt es viele 2D-Elemente in der Datei?
- Wurde eine DWG- oder PDF-Datei importiert?
Liegen die Elemente in Archicad als viele einzelne Linien oder Schraffuren vor?
Eine große Anzahl von 2D-Elementen wie Linien, Bögen, Polylinien oder Splines erhöht die Dateigröße. Entgegen der Erwartung blähen 2D-Elemente die Datei stärker auf als viele 3D-Objekte. Das Linienwerkzeug, das Polylinienwerkzeug und das Bogen/Kreis-Werkzeug sind instanzbasiert. Ihre Elemente werden also direkt im Arbeitsbereich definiert. GDL-Objekte und Konstruktionselemente sind dagegen skriptbasiert. Sie verwenden parametrische Skripte wieder und belasten die Dateigröße dadurch weniger.
Die 2D-Elemente können mit Suchen & Aktivieren gefunden und gezählt werden. Zur Reduktion eignen sich die Linien-Vereinigung und die Schraffuren-Vereinigung. Nicht benötigte Elemente sollten gelöscht werden.
4. Elemente weit vom Projektursprung entfernt
Die Projektdatei sollte auf Elemente weit entfernt vom Projektursprung geprüft werden. Diese erhöhen den Berechnungsaufwand für die Datei stark. Es kann sich hierbei um einzelne 2D- oder 3D-Elemente oder um das gesamte Projekt handeln. Wie die betreffenden Elemente gefunden und die damit verbundenen Probleme behoben werden können, erklärt der Artikel 3D Darstellung fehlerhaft - Grüne Konturen und schwarze Bearbeitungspunkte liegen versetzt.
5. Datei-Komprimierung aktivieren
Die Archicad-Dateitypen .pln, .tpl, .pla und .mod sollten komprimiert gesichert werden. Die Dateikomprimierung unter Ablage > Sichern unter... > Optionen verringert die Dateigröße um ca. 60–70%. Standardmäßig ist die Option aktiv. Wurde sie deaktiviert, sollte die Datei mit aktivierter Dateikomprimierung neu gesichert werden.
Weitere Informationen hierzu finden sich in der Hilfe unter Datei-Komprimierung.
6. Projekt mit aktuellem Update reparieren
In einigen Fällen kann es helfen, die betroffene Datei mit dem neuesten Update mehrfach zu reparieren.
Wie die Verfügbarkeit eines Updates für die verwendete Archicad-Version geprüft und die Installation auf den neuesten Build aktualisiert wird, erklärt der erste Schritt im Artikel Wie aktualisiere ich mein Archicad?
7. Weitere Quellen
Weitere hilfreiche Artikel zum Thema Dateigröße: